Belle Star's Diary, Kapitel 9Neue Heimat Es fiel mir nicht schwer, mich in Yew einzuleben. Seine herrliche Landschaft, die unberührte Natur, die Stille und das freundliche Quartier in der beeindruckenden Empath Abbey sorgten dafür, daß ich nach meinen Jagd- und Beutezügen gern hierher zurückkehrte. Ich lernte, mich im Wald noch unauffälliger zu bewegen, und ich lernte schließlich auch zu akzeptieren, daß ich von Zeit zu Zeit im Geisterhemd den nächsten wandernden Heiler suchen mußte, während irgendwelches Pack sich meine Jagdbeute teilte. Immerhin fand ich dadurch auch schnell heraus, daß es nicht wenige gute Leute im Norden gibt, die gern bereit sind, in Not geratenen zu helfen. Immer wieder teilten edle Britannier ihr weniges Hab und Gut mit mir, wenn ich erneut an den Bettelstab geraten war. So lernte ich den Noblen Paul kennen, der meine Überreste heldenhaft gegen einen Liche verteidigte, den Reformer Gladius, der mir eine komplette Orkrüstung aus seiner Beute überließ, und noch viele andere hilfreiche Lords und Ladies.
Alter Trott Recht bald wurde mein Leben wieder Routine. Ich ging auf die Jagd, machte Bögen und Pfeile, sammelte Reagenzien und übte einfache Zaubersprüche. Irgendwann wurde ich rastlos und dachte wehmütig an das Abenteuer zurück, das mich im Dungeon von Wrong ein Leben gekostet hatte. Kurz entschlossen zog ich los, die dunklen Höhlen von Despise auf eigene Faust zu erforschen. Echsenmänner, Zombies und Ghoule sollten mir eine willkommene Abwechslung bieten. Doch einmal mehr mußte ich einsehen, daß blinder Eifer in Britannia nur zum Tode führt. Ich konnte gerade den Eingang zum Dungeon sehen, als ich von einer ganzen Horde Gesindel ohne Grund oder Vorwarnung niedergemacht wurde. Und auch das ersparte mir nur den Tod durch Monsterzähne, denn wie ich kurz darauf erfuhr, stimmten meine Informationen über die Höhlen längst nicht mehr. Die »minderen« Unholde, mit denen ich rechnete, waren durch weit gefährlichere vertrieben worden, denen ich allein nie hätte standhalten können.
Rufe im Wald Ich nahm mir vor, in Zukunft den guten Rat erfahrener Abenteurer zu befolgen und mir für gefahrvolle Unternehmen immer zuverlässige Gefährten zu suchen. Seltsam, wie das Leben spielt, denn während ich in meiner schäbigen weißen Robe durch den Wald zurück nach Yew streifte, traf ich auch schon auf einen, der mir bald ein unersetzlicher Begleiter auf vielen gefährlichen Jagdzügen werden sollte. Ich war hinter einem Adler her, um wieder zu Pfeilen zu kommen, als ich jemanden »BELLE STAR!« rufen hörte. |
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