Belle Star's Diary, Kapitel 8Scheiden tut weh Nachdem ich nun die Grundlagen der schwarzen Kunst erlernt, mich auch im Bogenschießen weiter geübt hatte, kam mir mein alter Plan wieder in den Sinn, mich im Norden umzusehen. Reisende aus Yew hatten mir berichtet, dort sei noch keine Not an Wild und reichen Ork-Lords, so daß jeder Jäger sein Auskommen fände. Das klang doch über die Maßen verlockend -- schon lange war mir kein Hirsch mehr begegnet, und der Fisch kam mir zu den Ohren heraus. Etwas schwermütig war mir beim Abschied doch um's Herz, schließlich war Trinsic trotz allem meine zweite Heimat geworden. So besorgte ich mir eine teure Rune, die mich schnell zurückbringen würde, sollte mich Heimweh übermannen.
Landleben Yew wirkt recht beschaulich, wenn man den Lärm von Trinsic gewohnt ist. Die Häuser liegen weit verstreut, sandige Wege und viel Baumbestand dazwischen. Im Süden der Stadt erstreckt sich ein Jagdgebiet, das mein Herz sofort höher schlagen ließ. Auf Schritt und Tritt begegneten mir Hasen, aber auch Hirsche und Rehe. Wölfe heulten aus allen Richtungen, und als Goldlieferanten traten Kopflose, Orks oder Trolle auf, die dank ihrer Dummheit für einen Bogenschützen keine Gefahr darstellen. Auch Vögel fand ich zur Genüge, darunter die großen Weißkopfadler, die ich hier zum ersten Mal aus der Nähe sah. Da sich auch Holz nach Herzenslust schlagen ließ, würden mir wohl nie mehr die Pfeile ausgehen. Ganz vertieft in die Jagd, zog ich immer weiter nach Süden.
Zitterpartie Meine Begeisterung ließ mich blind werden für alle Gefahren. So dauerte es nicht lange, bis aus einem Gebüsch zwei Gestalten stürzten, die ohne ein weiteres Wort mit Spießen auf mich eindrangen. Im Nu stand ich als Geist neben meinem toten Körper, den die Räuber sofort plünderten. Zum Glück hatte ich nicht viel dabei, nur selbstgefertigte Waffen und eben die Beute der bisherigen Jagd. Da es in den Wäldern um Yew nicht nur von Wild, sondern auch von wandernden Heilern wimmelt, dauerte es nicht lange, bis mir ein neues Leben geschenkt wurde. Gleich hatte ich auch wieder einen Bogen gemacht und einen ausreichenden Vorrat an Pfeilen. Selbst meine Verluste machte ich schnell wieder wett, während ich nun vorsichtiger von Baum zu Baum huschte.
Schein-Heilige Doch eine Erfahrung mußte ich noch sammeln: Schlimmer als die Mordgesellen sind jene scheinheiligen Lords, die mit dem Gesindel gemeinsame Sache machen. Als ich nach kurzer Zeit einen offenbar ehrlichen Gentleman traf, gab ich seinen Gruß frohgemut zurück und trat aus meiner Deckung. Schon fielen drei zerlumpte Kerle über mich her, die darauf nur gewartet hatten. Diesmal konnte ich wenigstens einen schwer verwunden, der gleich nach seinen Kumpanen und um Hilfe wimmerte. Lang hatte ich jedoch nicht zu lachen, denn alsbald stand ich wieder im weißen Hemd da und sah zu, wie der »noble« Herr Shadow Knight mit den Mördern mein bißchen Habe teilte. Immerhin war auch diesmal gleich ein Heiler zur Stelle, und ich wechselte einmal mehr vom Jenseits ins Diesseits. Allmählich begann ich mich aber zu fragen, ob gute Beute es wirklich wert sei, alle Stunde selbst zur solchen zu werden.
Jagdpartie Nach so vielen unerquicklichen Begegnungen stand mir doch noch eine erfreuliche bevor. Auf einer Lichtung traf ich eine Jagdgesellschaft, und vertraute Töne aus der Heimat drangen an mein Ohr. Es handelte sich um Gefährten meiner Kampfgenossen aus dem Wrong-Abenteuer, die ich seit jenem Dungeonbesuch nicht wiedergetroffen hatte. Freundlich begrüßte man mich und ließ es sich nicht nehmen, mich mit Rüstung und besseren Waffen auszustatten. Nur zu gern ging ich auch auf das Angebot ein, die Jagd mit der Gruppe fortzusetzen, denn gemeinsam waren wir gegen Wegelagerer gefeit. Die Orks, denen wir an diesem Abend einen Besuch in ihrem Lager abstatteten, waren von der Entwicklung weniger begeistert. Ich dagegen konnte doch noch einen ordentlichen Beuteanteil auf der Bank von Yew deponieren. |
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