Belle Star's Diary, Kapitel 1Tag 1: Die Ankunft Auf der Suche nach meiner Schwester habe ich endlich Britannia, die Hauptstadt unseres allergnädigsten Lord British, erreicht. Kaum angekommen, wurde ich meines mageren Handgelds beraubt. Ich bemerkte den frechen Diebstahl zu spät und mein zaghafter Ruf nach den Wachen verhallte ungehört. Zwar wurde die Diebin wenig später von einem anderen Opfer gestellt und getötet, doch als ich dazukam, war es zu spät. Ihr Leichnam war bereits gefleddert, mein weniges Gold verloren. Mittellos, wie ich nun war, nahm ich den Rat eines Fremden an, auf den Feldern vor der Stadt Korn zu ernten, das ich dann einem Provianthändler verkaufen wollte. Aber die Händler in Britannia scheinen die Lager voll zu haben, jedenfalls kauft keiner von mir. Auch die guten Pfeile, die ich unterwegs anfertigte, nachdem mir ein freundlicher Jäger Federn schenkte, will der Bogenmacher nicht haben. Immerhin habe ich mit Leuten gesprochen, die meiner Schwester begegnet sein wollen, und zwar in Trinsic. Ich werde mich also nach dieser Stadt aufmachen und dort mein Glück versuchen.
Tag 2: Auf Reisen Auf dem Weg kam ich an eine Brücke. Ein fahrender Schmied erzählte mir, daß sie normalerweise von Mordgesellen besetzt gehalten wird. Die sollen nur so zum Spaß Reisende umbringen und ausrauben. Ich kam aber gottseidank unbehelligt hinüber. Wenig später stieß ich dann doch auf einen Mann, der sich über einen Leichnam beugte. Er war aber kein Wegelagerer, sondern hatte rechtmäßig einen Dieb erschlagen. Er erlaubte mir, vom Besitz des Toten zu nehmen, was ich haben wolle. Zwar widerstrebt es mir, Leichen zu fleddern, doch in meiner Situation kann ich kaum wählerisch sein. Der getötete Dieb hatte einen Beutel mit Waffen und Werkzeug bei sich, die ich gut gebrauchen kann. Zumindest eignen sie sich besser zum Verkauf als meine armseligen Waren. Als ich weitergehen wollte, war jedoch meine Last zu schwer geworden. Deshalb beschloß ich, mich vom Großteil meiner Weizenvorräte zu trennen, auch eingedenk der Erfahrung mit dem Getreidehandel in Britannia.
Müde, keine Mark Ohne das übermäßige Gewicht konnte ich meinen Weg fortsetzen und fand im Wald später noch ein feines grünes Kleid, offenbar achtlos zurückgelassen. Von den Unholden, vor denen man mich gewarnt hatte, sah ich nur einen Kadaver. Er war übel zugerichtet und ich könnte nicht sagen, ob die Monster so auch zu Lebzeiten aussehen oder ob man Teile von diesem abgetrennt hatte. In jedem Fall war ich heilfroh, als die Tore von Trinsic und die Stadtwachen vor mir auftauchten. Die Wachen sind meist Weiber und recht aufreizend gekleidet. Bei uns auf dem Lande würde man sie wohl für lose Frauenzimmer halten. Elendes Pech! Auch in Trinsic interessiert sich niemand für Weizen. Einen Bogenmacher habe ich bisher nicht gefunden, und gäbe es einen, so ist meine Hoffnung, ihm Pfeile und vielleicht die Armbrust des toten Diebs zu verkaufen, mehr als gering. Das Beil mußte ich bereits gegen eine Auskunft eintauschen, doch auch hat hier niemand meine Schwester gesehen oder von ihr gehört. Zu allem Überfluß bricht die Nacht herein und ich bin ohne ein Goldstück für Essen oder einen Schlafplatz. Ich werde mein Nachtlager wohl im öffentlichen Park aufschlagen müssen. Mögen die Sterne über mich wachen. |
Inhalt Kapitel 2 |
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© 1999 IDG Entertainment Verlag GmbH, Autor: Charles Glimm, Autor: Charles Glimm, Autor: Charles Glimm |
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