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Das Dunkeltief beginnt (Rollenspiel)

Mitglied-340408.01.2016, 08:30 Uhr
Auf Tare näherte sich die Zeit, da der Dorayon am Firmament stehen und die Zeit des Dunkels die braven Bürger in Angst und Schrecken versetzen würde. Überall wurden Vorbereitungen getroffen. Die Befestigungen kontrolliert, die Lager gefüllt und die Wachen verstärkt. Man wollte bereit sein. Trotz der schweren Zeiten galt es noch einmal wachsamer zu sein. Die Zeit des Einen, das Dunkeltief, war nah.

Die Neun, in ihrer Art so grundsätzlich verschieden und im ewigen Kampf untereinander hatten keine Wahl, sie mussten folgen. Diese Sache war Sein Wunsch und so wanden sie sich, begehrten auf und mussten schlussendlich doch einsehen, dass ihr chaotisches Wesen, an diesem Einen nicht vorbei kam. Er war im Stande sie zu ordnen, zu lenken oder gar zu vernichten. Der Befehl war eindeutig. Sie alle führten ihre Truppen ins Felde.

Abseits des hektischen Treibens in Mandon, wachten wie eh und je und immerdar die Ewigen über das Leben hoch oben in Horandon. An den weißen Mauern der goldenen Stadt, dem lichternen Wall, hielten sie Wacht, stoisch und bereit diese gegen jeden Eindringling zu verteidigen. Selbst hier war man auf der Hut, wusste man doch um die "gestohlene Zeit" des Einen.

Es war der hohe Ewige Galtor, der in seiner Ruhe als erster gestört wurde. Er, der den Fluss der Seelen Vidon bewahrte fühlte einen Moment der Rastlosigkeit - ungewohnt für den hohen Ewigen, der Morsan so nahe Stand. Der Hohe gab dem Ewigen I'lator, den Auftrag die Ordnung zu prüfen.

Es dauerte nicht lange, da passierte das, was seit Äonen nicht passiert war. Die silberne Glocke der goldenen Stadt wurde geschlagen. Hell hallte ihr Klang durch Horandon und kündete allen Orts von einem Angriff auf die goldene Stadt. Mit dem Erklingen der Glocke begann der Kampf auch schon. Schwarzer Regen ergoss sich über die weißen Mauern mit ihren goldenen Zinnen und jeder dieser Regentropfen war einer der Mächtigen des Chaos aus dem Reiche Yedorron. Der ewige Krieg, er brandete aufs Neue auf. Die Ewigen unter dem Banner Maynaghs maßen sich mit den Mächtigen und das Ringen um die Vorherrschaft der goldenen Stadt brachte Horandon zum beben. Überall in der goldenen Stadt ward der Kampf gefochten und über Ewigkeiten hätte dieses wohl fortbestehen können. Doch die Hochheiligen selbst trafen ein und wo sie gingen, ward der Friede der Stadt zurück gebracht. Die Ehre, die Liebe, die Weisheit und die innere Ruhe waren den Mächtigen zu fremd und kehrten so geschlagen zurück in das dunkle Reich des Göttersohns.

Doch war Er noch nicht bereit diesen Angriff zu beenden. Seine Geschwistereltern würden den Preis für ihren Verrat bezahlen. Eine schwarze Pforte öffnete sich im inneren Ring der goldenen Stadt und hinaus stiegen die Neun. Sie wurden umwoben von einem schwarzen Nebel und wo sie Schritten brach der Boden und Blut floß. Gleich einem glühenden Dolch in sterblichem Leib, bahnten sie sich einen Weg ins Sanktum der heiligen Stadt. Als sie die Stufen zu jenem Sanktum erklommen, hinauf zum Herz der Stadt, waren es die jungen Ewigen, die sich zuvorderst und zu unvorsichtig der Gefahr stellten. Der Nebel begehrte auf und als das Wesen Horandons sich für diesen kurzen Moment wandelte, und oben unten war, vergingen die jungen Ewigen in einem Schrei der durch die Ewigkeit hallen sollte.

Die Hochheiligen eilten in Begleitung der Ältesten der Ewigen herbei. Eilig und in großer Sorge kamen sie und sahen mit an was der Göttersohn tat. Während die Neun die Ältesten der Ewigen angriffen, war es der Nebel, der gen des Herzens griff. Abermals bebte Horandon, die Ewigen weinten und nur einer lachte in diesem Moment. Das Lachen verging, als die Hand Morsans sich schützend um den Horlaf legte und er Seinem Griff entglitt. Voller Zorn hieb er danach, um seine Beute doch noch zu machen. Der Schlag des Einen traf den Horlaf und das Herz der goldenen Stadt bebte. Doch in Morsans griff hielt der Stein stand. Einzig ein kleiner Riss tat sich auf, ein kleiner Bruch im perfekten Gebilde der Alten. Gierig griff der Eine danach, doch die lichterne Klinge seines Vaterbruders verhinderte, dass Er in den Besitz des Splitters kam. Der Splitter entglitt Ihm und ohne Halt in Horandon fiel er hinab nach Mandon.

Morsans Griff um den Horlaf war stark und behütet ihn an diesem Tag womöglich vor der vollständigen Vernichtung, doch konnte nicht einmal er verhindern, dass die Essenzen der Verstorbenen, eine nach der anderen aus dem Stein glitten. Durch seine Hände, dem Splitter folgend hinab nach Mandon. Die Hochheiligen verfielen in einen Moment der Trauer über das Werk ihres Bruders und über die Seelen der Kinder, die auf diesem Weg verloren gingen.

Zornerfüllt setzt der Eine dem Fragment nach. Es war das Seine, er musste es haben, wenigstens dieses einen Stück! Der schwarze Nebel sackte vollends durch den Boden und schoss hinab durch das Reich Horandon stets den Splitter in festem Blick. Der Splitter durchbrach die Grenzen des Reiches Horandon und setzte seinen Weg fort. So tat es auch der Eine, der seinen Zorn hinaus schrie und das Reich des göttlichen Verließ.

Es war jener Moment, in welchem die Jüngsten der Mächtigen für einen Moment taumelten und anschließend ihrem Wesen folgten und im schieren Wahnsinn alles angriffen und vernichteten, was sie greifen konnten. Hohe, Ewige oder gar andere Mächtige, nichts war mehr sicher. Die älteren unter den Mächtigen, unter der Führung der Neun jedoch zogen sich zurück aus der goldenen Stadt. Dieser Kampf war vorüber.

Der Eine jagte durch den Limbus, einen schwarz-lilanen schattenartigen Arm voran, um den Splitter zu greifen. Nahe war er seinem Ziel als er abermals die Grenzen eines Reiches passierte. Mandon öffnete sich vor ihm und er brach durch die Sphärenwand. Ein Urschrei entfuhr dem Einen als er die Macht jenes Reiches fühlte. Sein Sein rebellierte und seine schattenhafte Hülle verformte sich umgehend. Er sah hinab, dem Splitter nach. Sein Blick traf auf die großen Augen der Drachenmutter und ihren noch immer
brennenden Zorn für die Wunde, die er ihr einst beschert hatte. Er fühlte ihren Blick und als der alte Drache ein Knurren anhob, da machte er kehrt.

Der Splitter, war außerhalb seiner Reichweite und so jagte der Eine zurück in Sein Reich, fluchend und grollend, ob dieser verpassten Chance. Doch noch war er nicht bereit sich geschlagen zu geben.
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