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Eroberungen im Rollenspiel

Mitglied-307323.03.2015, 11:57 Uhr
Hallo ihr!

Wir bearbeiten auf Arx Obscura aktuell ein innerhalb der Szene brandheißes Thema, und haben dabei festgestellt dass es ziemlich knifflig ist, sich dazu zu äußern. Deshalb dachte ich, ich frage einmal in der shardübergreifenden Community nach, wie ihr solche Dinge handhabt. Folgende Themen besprechen wir:

1. Landstriche erobern
Abseits von technischen Lösungen, die es ermöglichen zumindest einmal festzustellen, wann wem was gehört - wie sollte sich im Rollenspiel die Eroberung bzw. das Angreifen von anderen Fraktionen eurer Meinung nach gestalten, um für beide Seiten OG-fair abzulaufen? Wieviel Reglementierung ist notwendig, ab wann wird es eher unnötig einschränkend, welche Erfahrungen habt ihr mit "Kriegsregeln" oder "Schlachtenregeln" gemacht?

2. Titel und deren Anerkennung
Diese Frage haben eher unsere Spieler aufgeworfen. Wenn man Spielern ermöglicht, sich eigene Herrschaftsbereiche zu errichten, und demnach auch eigene Ränge und potenziell Adel einzuführen, ist da eine zusätzliche Regelung für die erlaubten Titel/Ränge notwendig, braucht es Spielleiter-Legitimierung, oder sollten Spieler selbst dafür zuständig sein ihre Titel bei den anderen Reichen bedeutsam zu machen?

3. Verlust von Besitztümern
Ist es Spielern zumutbar, ihre Besitztümer und Reichtümer in einem Konflikt zu verlieren, selbst wenn sie nur sekundär (z.B. als ziviler Einwohner eines Landstrichs) beteiligt sind? Sollten nicht direkt am Konflikt beteiligte Personen eine Leo-Position erhalten?

Die Diskussion im Detail findet ihr hier (http://forum.arx-obscura.de/thread-23154.html).

Wie handhaben eure Heimshards diese Punkte, oder kamen sie vielleicht auch noch nie auf?
Mitglied-132807.04.2015, 23:40 Uhr
Ein Interessantes Thema das bei uns auf dem Shard früher mal sehr ausführlich diskutiert wurde und zu dem es auch schon ein Konzept gab.

Was bei dem Thema generell zu Bedenken ist, dass es sehr schnell Frust bei den verlierenden Spielern auslösen kann wenn man das Ganze zu übertrieben gestaltet. Das Ganze soll ja eigentlich allen Spaß machen und nicht nur frustrieren.
Womit ich auch schon bei dem für mich wichtigsten deiner 3 Punkte bin:
Verlust von Besitztümern.
Gerade der Verlust von hart erarbeitetem bietet ein hohes Maß an Frustration und kann sogar einige Spieler dazu bewegen nicht mehr zu spielen. Will man das Risiko für ein möglichst hohes Maß an Realität in Kauf nehmen? Wem bringt das etwas? Ich persönlich würde davon abraten. Warum sollte man Spieler dafür bestrafen wenn andere Spieler einen Landstrich einnehmen auf dem zufällig deren Besitztum steht? Nur der Realität wegen?
Ich denke statt die Eingenommenen zu bestrafen sollte man eher die Sieger belohnen.

Landstriche erobern
Ich denke all zu leicht sollte man das nicht gestalten. Was für die Eroberung meiner Ansicht nach unabdingbar ist, ist eine Absprache wann Kämpfe um die Eroberung statt finden. Sonst hat man immer das Problem, dass die verteidigende Fraktion immer in der Unterzahl ist, was zu massivem Frust führen kann und ausserdem ein dauerhaftes Halten eines Gebietes fast unmöglich macht bzw. nur durch technische Maßnahmen möglich macht.
Um ein Gebiet zu Erobern könnte man z.B. sagen, dass im Vorfeld Bereiche vor dem Gebiet eingenommen werden müssen. Also die Angreifer müssen erst Bereich 1 erobern, wenn sie das haben, dann können sie Bereich 2 erobern. Schaffen sie das nicht müssen sie Bereich 1 erst wieder verteidigen bevor sie Bereich 2 wieder versuchen könne zu erobern. Haben sie Bereich 2 erobert kann es an die Eroberung des eigentliches Gebietes gehen. So würde man es den Angreifern nicht all zu leicht machen und sie müssten zeigen, dass sie auch dauerhaft die Übermacht haben und nicht nur zufällig mal an einem Abend. Für jede Bereichseroberung kann es ja auch schon eine kleine Belohnung geben um den Reiz zu erhalten.

Da die Spieler natürlich auch abseits hiervon ihre Gegner mal gern ohne Absprache vermöbeln wollen, gab es bei uns noch in den Kriegsregeln das Geplänkel und das Scharmützel. Der Einfachheit halber setz ich den Auszug aus unseren Kriegsregeln gerade mal hier rein.
Wichtig zu wissen: Bei uns gab es als Parteien zu diesem Zeitpunkt eigtl. nur verschiedene Menschenstädte und Sonderrassenstädte
A. „Geplänkel"

„Geplänkel" sind Angriffe, die ohne oder mit kurzer Vorwarnzeit direkt im Kerngebiet des Gegner erfolgen. Es dürfen nicht mehr als drei „Geplänkel" im Abstand von vier Wochen erfolgen. Es ist damit einer Partei möglich, fast jede Woche einen Angriff auf denselben Gegner zu starten, was ausreichen soll, um Konflikte darzustellen. Anderseits sollten damit die Abstände zwischen den Angriffen ausreichend groß sein, dass nicht der Spielspaß der angegriffenen Partei zu sehr gestört wird.

B. „Scharmützel"

„Scharmützel" sind zufällige oder verabredete Schlachten, bei denen zwei gegnerische Parteien aufeinander treffen und den Konflikt mit Waffengewalt lösen. Sie finden immer außerhalb des Kerngebietes des Gegners statt. Es wird also nicht die Stadt des Gegners angegriffen bzw. sie finden nicht direkt an der Kutschenstation statt, falls es nicht so abgesprochen wurde und beide Parteien eindeutig einverstanden sind. „Scharmützel" zieht unbeteiligte Bürger nicht in eine Auseinandersetzung hinein und lassen das geregelte Stadtleben und das Reisewesen unberührt. „Scharmützel" erlaubt auch nicht einen Angehörigen der Gegenpartei nur aufgrund seiner Rasse oder Stadtzugehörigkeit irgendwo niederzuschlagen, da ja kein Kriegszustand herrscht. Der Sinn des „Scharmützels" ist es, große Schlachten oder mehrere Kämpfe zu schlagen, ohne dass es zu einem Krieg kommt.

Titel und deren Anerkennung
Bei uns hat es super funktioniert die Spieler das unter sich Regeln zu lassen. Jede Stadt hat dann ihre Uniformen und Abzeichen (meist Schärpen und Hüte) entworfen die den entsprechenden Rang symbolisierten, diese konnten sie dann noch Beschriften ... wobei ich mir nicht mehr sicher bin ob zumindest für die Beschriftung ein eigenes Tool benötigt wurde damit das Fälschen nicht all zu leicht gemacht wurde oder ob das dann sogar der Staff gemacht hat ... ist zu lange her.
Sonst wurde der Titel auch nirgends vermerkt. Also nicht vor den Namen geschrieben oder irgendwo im Paperdoll sichtbar. Man musste sich schon selbst entsprechend darstellen. Die Chars mit den höheren Titeln sind ja in der Regel sowieso Shardweit bekannt weil sie sehr aktiv sind und meist Hauptansprechpartner für jeden.
Es hat zwar immer mal wieder den ein oder anderen gegeben der gerne einen Titel vor dem namen gehabt hätte, aber insgesamt hatte glaube ich keiner ein riesen Problem damit, dass es das dann doch nicht gab. Finde das Rollenspieltechnisch auch schöner wenn man als Spieler mehr dazu gezwungen ist seinen Titel selbst dar zu stellen als einfach nur quasi auf seinen Namen zu zeigen.

Soweit meine Erfahrungen mit dem Thema. Seid ihr mit dem Thema auf eurem Shard schon weiter gekommen?
Mitglied-334019.07.2015, 23:27 Uhr
Ich hatte dazu meine eigene Idee bereits gepostet, letzter Beitrag im Link:

http://www.uoworld.de/phpBB3/viewtopic.php?f=3&t=9400


Ich bin auch der Ueberzeugung, dass Eroberungen nur funktionieren, wenn der ganze Shard als Strategie/Aufbauspiel aufgemacht wird (wie halt von mir vorgeschlagen). In einem Shard mit Plot/Storyline dagegen wird man Schwierigkeiten haben.
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