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Forenrollenspiel vs. IG-Rollenspiel

Mitglied-56805.03.2006, 15:42 Uhr
Gerade in letzter Zeit beobachte ich auf dem einen oder anderen Freeshard, auf welchem ich selbst in früheren Zeiten gespielt habe, die verstärkte Tendenz, immer mehr Handlungen vom IG-Geschehen auf die Foren zu verlagern. Wohlbemerkt nicht etwa als Erzählung von IG-Ereignissen sondern als Ersatz solcher Handlungen, was ich persönlich für eine bedenkliche Entwicklung halte, denn letztlich ist UO ein MMORP und kein Forenspiel. Auch nehme ich - teilweise aus früheren eigenen Erlebnissen oder Erzählungen von guten Bekannten - verstärkt wahr, daß es scheinbar auf vielen Shards nicht so sehr auf das eigentliche RP-Vermögen und die Erzeugung von IG-Spielspaß sondern vermehrt auf Hobbygeschichtenschreiberei ankommt, sprich nur wer möglichst viele RP-Geschichten von teilweise zweifelhaften, literarischen Niveau schreibt, kommt IG weiter und kann dort zu Rang, Namen und Besitz kommen. Für meinen persönlichen Geschmack ist das ein deutlichen Abweichen von dem Kernbereich, den ein Onlinerollenspiel eigentlich ausmachen sollte.
Mitglied-189105.03.2006, 16:15 Uhr
Vielleicht ist es auch weils immer weniger Rpler gibt höchstens Neulinge die noch nicht dne richtigen Rp schliff haben oderes einfach zu viele Engine bezogene leute gibt die etwa 2/3 ihrer uo Zeit Skillen und so weiter?

Man könnte es vielleicht rausfinden in den man manche Spieler fragt wieso sie Lieber Storys schreiben?
Mitglied-173205.03.2006, 16:26 Uhr
Hm... für mich gehören Geschichten einfach dazu. Als Ersatz sehe ich sie nicht und bislang habe ich auch zum Glück eher selten die Erfahrung gemacht, dass sie als Ersatz angesehen wurden... Es ist blöd wenn jemand wichtige Ingamehandlungen einfach schwupps im Forum abhandelt. Manche Dinge gehen jedoch nur im Forum abzuhandeln, z.B. wenn man einen Schultag seines Kinderchars darstellen will und auf dem Shard gibt es keine aktiv bespielte Schule. Ich persönlich nutze Geschichten immer als Nacherzählung von dem was ingame geschehen ist. Für mich. Da ich Monate oder Jahre später sehr gerne dran erinnert werde, wenn ichs mir nochmal durchlese, oder aber damit von einem Ereignis erzählen möchte, dass mir wichtig war...

Nunja davon Ingamewerte wie Skills oder besagte RP-Punkte (scheußliche Idee) danach zu vergeben wer ein Faible für Geschichten hat und zudem noch über einen guten Schreibstil verfügt halte ich für Grundverkehrt. Ich habe auch schon Leute kennengelernt deren Rechtschreibung und Grammatik einfach grauslich, deren Rollenspiel hingegen wunderschön war; ist somit zumindest für mich kein Maßstab um zu entscheiden wie gut einer rped oder nicht.
Mitglied-56805.03.2006, 16:27 Uhr
Ich stelle mal die vielleicht gewagte Behauptung auf, daß exessives Schreiben von RP-Geschichten - zumindest wenn dahinter ein gewisser Zweck steckt, denn man damit für seinen Charakter erreichen will - im Grunde auch eine Form von PG sein könnte. Problem für ein gesamtes Shardumfeld könnte sein, daß zum einen die Nichtgeschichtenschreiber auf der Strecke bleiben, denn es soll ja durchaus Leute geben, die hierfür kein Talent und / oder keine Zeit haben. Zudem ist es anderen Spielern oft nicht möglich auf Geschichten reagieren zu können, während das bei \"echten\" IG-Ereignissen durchaus der Fall sein könnte.

Edit: Dieser Post ist als Antwort auf Sir Dwaynes Post zu verstehen.
Mitglied-173205.03.2006, 18:22 Uhr
Was ist PG?
Mitglied-58005.03.2006, 23:06 Uhr
Ein Grund, etwas im Forum zu beschreiben, anstatt ingame auszuspielen, könnte sein, daß das Ausspielen ingame, aus was für Gründen auch immer, unmöglich ist. Zum Beispiel könnte dies u.U. die einzige Möglichkeit sein, daß zwei Leute, die aus RL-Gründen nicht zur gleichen Zeit ingame sein können, dennoch gemeinsam etwas Wichtiges auf die Reihe bekommen.

Von daher hat es imho schon seine Berechtigung.

Ferner bietet Foren-RP eine schöne Plattform, um die Entwicklung eines Chars deutlich zu machen (wenn man nicht Sorge haben muß, daß dieses OOC-Wissen Mitspieler dazu verleitet, es fälschlicherweise ingame zu verwenden).

Gut geschriebene Geschichten lese ich persönlich immer sehr gern. Daraus nun allerdings Bewertungskriterien für das Vorankommen eines Chars abzuleiten, finde ich äußerst fragwürdig, denn mein eigener Geschmack, was eine \"gut geschriebene Geschichte\" ist und was nicht, ist ja nun doch recht subjektiv. Darauf fußende Begünstigungen eines Spielers wären daher reine Willkür.

Eine Geschichte zu schreiben, nur um z.B. ein Sonderitem abzugneiern, finde ich ebenso fragwürdig, und hat für mich überhaupt nichts mehr mit Rollenspiel zu tun.
Mitglied-189406.03.2006, 10:11 Uhr
Tjo… schwieriger Grade… mein Vorredner hat's schon erwähnt. Natürlich möchte man immer, dass die Leute, mit denen man spielt auch einen gewissen Einblick in die Charaktergeschichte haben.
iG-Foren können wertvoll ein und bieten auch einfach eine Möglichkeit, bestimmte Erlebnisse mit anderen zu teilen.
Ich selbst schreibe z.B. sehr gerne Erlebnisse noch einmal bildlich auf, wie z.B. Vorbereitungen auf große Ereignisse oder auch spektakuläre Schlachten/kämpfe (ja sowas geht … übrigens auch für Dungeontouren :P )…
Was ich nicht mag sind Geschichten, die rein der der Selbstdarstellung dienen, wenig Konstruktiv sind oder rein zur Legitimierung von Extrawürsten da sind :) (irgendwelche Obskuren Rituale mit denen für alle Mitspieler ersichtlich, Fakten geschaffen werden).
Auch sehe ich nur bedingt (und werde es entsprechend auch immer so halten) Forengeschichten als Voraussetzung für irgendwelche Rollenspielmäßigen Aufstiege. Ich finde es schön, wenn Leute ihre Charakterentwicklung im Rahmen von Rollenspiel (nicht Charakterspiel) entsprechend mit anderen teilen, aber ich sehe es nicht als Bedingung für irgendwelche Aufstiege oder dergleichen mehr.
Was ich wirklich abartig finde, ist reiner Handel über's Forum, da es nur den Schein eines iG-Forums hat. Ich finde Handelsforen in Ordnung für folgende Dinge:
1. Bekanntmachung: Ich hab zu verkaufen, ich suche
2. Terminvereinbarungen
3. gibt's nicht mehr..
Ich finde diese Preisverhandlung über Foren z.B. echt ätzend und was ich noch viel schlimmer finde, sind Forenversteigerungen. Diese Art Handel wäre iG niemals zu bewerkstelligen… also globale Versteigerungen. Dazu fehlt iG die Logistik… Gehört in meinen Augen überhaupt nicht ein onlinerollenspiel.
Mitglied-161606.03.2006, 14:25 Uhr
Es ist imho ein echter Drahtseilakt. Zum einen sind gerade bei kleinen Shards Handelsforen interessant, weil man dort quasi brieflichen Kontakt herstellen kann und sich so InGame verabreden kann. Solange das nur so läuft, ist es nicht schlimm und unterstützt eher das Ingame, statt es zu schädigen. Leider tendiert das dazu, manchmal aufzuufern, statt Aushängen und Briefen werden auf einmal ganze Verkaufsgespräche übers Forum abgewickelt und sich InGame nur noch zwecks zwei-minütiger Übergabe getroffen.

Geschichten dienen imho auch eher der Auflockerung und dem Ambiente und sollten natürlich niemals InGame-Erlebnisse ersetzen, klar... Na ja, muß der Staff halt ein wenig aufpassen, insgesamt gesagt.
Mitglied-76906.03.2006, 18:45 Uhr
Zu meiner aktiven UO-Zeit hing ich sehr viel in Foren herum... Ich glaube, dass ich ein Foren-Junky war, der sich ab und an iG aufhielt. Das änderte sich allerdings mit der Zeit und mein Spiel verlagerte sich ins iG-Geschehen.

Ich kenne das RP-PG (PG = PowerGaming) wo sich Charaktere durch ihre Geschichte versuchten zu etablieren. Zum Beispiel gab es da einen Fall, dass sich ein Spieler als eine Art Königssohn ausgab. Tja, dass war wohl ein klarer PG-Fall - oder nicht? Diskussionen blieben natürlich nicht aus. Ist es also PG, wenn sich ein Spieler einer \"höhere Position\" herbeierzählt, oder gehört das einfach zum RP?

Naja, ich habe lange genug herum-rpt, warum ich das gemacht habe weiß ich auch nicht so Recht.
Mitglied-161606.03.2006, 22:34 Uhr
Na ja, bei uns wäre sowas schlicht und ergreifend unsinnig, wenn er ein Königssohn sein will (und in unserem RP-Guide steht das extra als Negativ-Beispiel *g*) müßte er sich als solcher anmelden, einfach herbeiwünschen per Forum klappt ned. Ob das PG ist? Nun ja, kommt darauf an... Wenn es klappen kann, vielleicht... Wenn es nicht funktionieren kann, ist es einfach doof :-)
Mitglied-186707.03.2006, 06:14 Uhr
Als Team, welches momentan dabei ist, einen Freeshard aufzubauen haben wir uns bereits über genau dieses Thema unterhalten und das Ergebnis unserer Diskussionen will ich, samt Begründungen, kurz darlegen. (wobei \"kurz\", wie in den meisten meiner Beiträge hier, nicht allzu wörtlich genommen werden sollte. :augenroll: ) Vielleicht kann der eine oder andere Leser ja etwas damit anfangen. (oder uns wiederlegen und auf diesem Wege uns auf bisher nicht beachtete Details hinweisen.)

Der Grundgedanke unserer Überlegungen war, dass wir den Großteil der Rollenspielaktivitäten IG haben wollen und nicht auf den Foren. Wie ja schon bemerkt wurde, gibt es leider Tendenzen dazu, das wirkliche Spielen nur noch als Untermalung/Berechtigung für möglichst künstlerisch wertvolle Quasi-Romane aufzufassen. Dafür ist ein Online-RP unserer Meinung nach einfach das falsche Medium.



Was wir es mit den RP-Posts halten wollen:

Wir werden sie ganz klar als Foren für Nacherzählungen kennzeichnen und zwar mit dem Hinweis, dass sensible Themen (also Dinge, die IG passiert sind und ohnehin nur einige wenige Chars erfahren können und/oder Ereignisse darstellen bei denen es große Auswirkungen hat, ob ein Char davon weiß oder nicht) besser in Form von Gerüchten/Hörensagen beschrieben werden sollten als zu detailliert. Genug, um das Interesse der Spieler zu wecken, ihre Chars den Gerüchten nachgehen zu lassen, selbst Halbwahrheiten oder Missverständnisse weiterzutragen (man denke an die Flüsterpost und die mannigfaltigen, lustigen Situationen, die sich daraus ergeben können) und allgemein den Chars Gesprächsthemen zu liefern, ohne den \"schreibfaulen\" Spielern das Gefühl zu geben, sie müssten ebenfalls eine bestimmte Anzahl Posts verfassen, um irgendwann Akzeptanz in der Community zu finden.
Um den Leuten, die gerne Geschichten schreiben und Freude an der, von uns gelieferten, Rollenspielwelt haben auch ein Betätigungsfeld zu bieten, werden wir ein eigenes Board bereitstellen, aber darum bitten, für diese Geschichten eigene Charaktere zu erfinden. Niemand liest gerne Geschichten in denen sein eigener Char anders dargestellt wird, als man ihn sich ausgedacht hat und genauso irritierend ist es für die Meisten, wenn sie IG einem Char über den Weg laufen, der noch nie sonderlich in Erscheinung getreten ist, im Forum aber bereits mehrmaliger Drachentöter, Maidenretter und allgemein \"verdammt cool\" ist. (Ich überzeichne das bewusst, um mich unmissverständlich auszudrücken.) Kurzum: Kreative Schreiberlinge sind gern gesehen, sie sollen nur bitte gespielte Charaktere außen vor lassen. Wenn ein Post keine anderen Chars betrifft, also quasi nur \"innere Monologe\" (nennt man das so? ) darstellen, kommen sie ebenfalls in dieses Board.



Unsere Gründe sind Folgende:
- Konsequentes, kreatives und schlüssiges Rollenspiel zu liefern und spannende, literarisch anspruchsvolle und atmosphärische Geschichten zu verfassen sind zwei verschiedene Dinge. Erfahrungen mit Rollenspiel mag einem beim verfassen eines Romans durchaus dienlich sein und sich schriftlich gut ausdrücken zu können ist für einen Rollenspieler sicherlich auch nicht hinderlich, aber was helfen einem Char klangvolle, stilistisch einwandfreie und akkurat in altertümlichem Deutsch geschriebene Emotes, wenn er ignoriert, was gerade in seinem Umfeld passiert? RP ist nun einmal interaktiv und oft lebt ein IG Ereignis davon, dass man als Char all seine schönen Pläne über den Haufen werfen muss, weil ein anderer Char dazwischenfunkt. Damit klarzukommen, es in sein eigenes RP einzubauen und ja, man möchte es kaum glauben, es sogar für eine Bereicherung des eigenen Spielerlebnisses zu halten, anstatt auf Teufel-komm-raus zu versuchen eine vorher geplante Szene genau so, wie man sie sich vorgestellt hat, durchzuziehen ist eine Herausforderung, die sich auch dem geübtestem Author nun einmal nich stellt.
Ich erinnere mich hierbei an eine Szene, die ich selbst als Spieler miterlebt/ -gestaltet habe. Einer der besten Freunde meines Chars ist nach heroischem Einsatz und einer klassischen Tragödie den Heldentod gestorben und mein Char trug seinen Leichnahm in die Stadt mit der Absicht sein Dahinscheiden wortreich und mit entsprechender Dramatik zu beklagen. Kaum dort angekommen rennt eine aufgebrachte Menschenmenge an uns vorbei, ein wildgewordenes, bissiges Schaf jagend, ich wurde angerempelt und landete, samt Leichnahm, im Dreck. Während ich gerade eine Atmosphäre von Tragik und Verlust aufbauen wollte, waren die Spieler der anderen Chars gerade mitten in einer heiteren und lichten Episode. Damit muss man dann zurechtkommen, statt, aus Angst, das angedachte Ereignis oder die eigene Szene könnte \"kaputt gemacht werden\" von vornherein nur ein Post zu verfassen. Das ist wohl einer der Gründe, die Angst, Andere könnten einem das RP \"kaputt machen\", was manche Spieler in die RP-Foren treibt.
Da wir auch komplette RP-Neulinge an das Hobby heranführen wollen kann eine, von Anfang an, klare Unterscheidung zwischen möglichst ausgefeilter Geschichtenschreiberei und der dazu gehörenden Wahl der schönen Worte und schlüssigem Rollenspiel nur helfen, um Interessierten klarzumachen, dass es keiner 5 Semester Germanistik bedarf, um \"gut\" rollenspielen zu können.

- Für Briefwechsel ist die PM-Option da, nicht das Forum. Natürlich kann man argumentieren, dass die Spieler dazu angehalten werden Charwissen und Spielerwissen zu trennen, aber manchmal unterlaufen selbst dem Erfahrensten Spieler Fehler, ohne jegliche böse Absicht, wenn er sich an (vielleicht sogar für das Spiel entscheidende) Details erinnert, aber ihm nicht sofort einfällt, dass er sie ja nicht im RP-Board sondern im \"Brief-Board\" gelesen hat. Unsere Maxime ist: \"Was der Spieler nicht weiß, macht den Char nicht heiß.\" Anders gesagt, man muss den Spieler nicht mit Wissen überschütten, welches sein Char dann eh nicht benutzen kann, weil er nie Gelegenheit hatte, es sich anzueignen.

- RP-Posts werden leider nur allzu oft zur reinen Selbstdarstellung benutzt. Ich sage hier bewusst Selbstdarstellung und nicht Darstellung des Chars, da ich die Erfahrung machen musste, dass oft (ich betone: -oft- Nicht immer) diejenigen, die das Bedürfnis haben den \"besonderen\" Status ihres Chars per Aktionen auf dem RP-Board darstellen zu müssen, eine klare Trennung zwischen sich und ihrem Char nicht vornehmen. Das äußerst sich oft in pubertär anmutenden Beschreibungen unbesiegbarer \"Kampfschmunzler\" und aalglatten und natürlich furchtbar grausamer Assassinen, die in den Foren schon mehr Gardisten umgebracht haben, als es IG gibt. (Kein Scherz und auch keine Übertreibung, das HAT es schon gegeben) Derartige Posts sind ein Hauptbetätigungsfeld der Leute, die ich als Ego-RPler bezeichne d.h. sie spielen keine Rolle, übernehmen also nicht die Kontrolle über einen Char, der in die, ihn umgebende, Rollenspielwelt integriert sind und so gespielt wird, als würde er ihr enstammen, sondern sie dienen als Platzhalter für das eigene Ego. Zu beschreiben, inwiefern das jede Art von IG-Konflikt mit solchen Spielern problematisch macht, würde jetzt zu weit gehen, aber ich denke, die Leute, die bis hierher gelesen haben, wissen, wovon ich spreche. Das Ego-RP betrifft natürlich nicht die RP-Foren allein sondern ist ein allgemeiner Faktor, aber die Furcht, die Selbstdarstellung könnte (durch das richtige, IG stattfindende Rollenspiel, wohlgemerkt) kaputt gemacht werden, treibt viele solche Spieler auf das Board.

- Rollenspiel, das auf den Foren stattfindet, steht natürlich nicht im leeren Raum. Und da bei einem Post keinerlei Einflußmöglichkeiten anderer Spieler bestehen, sind solche Posts ein steter Quell von Streit. Natürlich könnten andere Spieler ebenfalls mit RP-Posts antworten, doch warum sollten diese dazu verpflichtet sein, wenn ihr Char irgendwie bei der beschriebenen Handlung eingreifen könnte und was ist mit den bereits beschriebenen Handlungen des ersten Posts? Werden die rückwirkend annuliert oder nicht, muss der Threadverfasser sein Post umschreiben oder nicht usw... Und ich denke, sowohl als Spieler wie auch als Spielleiter gehört es doch eher zu den befremdlichen oder auch sehr ärgerlichen Dingen in den OOC-Foren dann endlose Debatten darüber zu führen, ob der Mord in der Seitengasse nun bemerkt hätte werden können, ob es für den, erst eine Woche bespielten, Diebeschar nun möglich wäre, die Mauern der Grafenburg unbemerkt zu überwinden oder an den NPC-Wachen am Stadttor vorbeizukommen, ob ein Spieler schlechtes Rollenspiel macht, weil sein Char auf den Boards ganz anders ist als IG und ob Held-vom-Dienst XY nicht doch das, mit der entführten Prinzessin beladenen, Pferd des Schurken hätte einholen können und allerlei anderem Unsinn. Kurz gesagt, die Frage, ob eine Handlung Erfolg hat oder nicht kann bei einem RP-Post immer zu Ärger führen, besonders dann, wenn andere Chars oder deren Gruppierungen (die Gesetzeshüter, ein Orden, eine Gilde etc) betroffen sind.

- Schlußendlich ist Rollenspiel in unseren Augen ein Gesellschaftsspiel. Auch wenn es durchaus reizvoll sein kann, stundenlang (und einigermaßen ausgearbeitete RP-Posts sind nunmal eine Arbeit von Stunden) eine schön zu lesende und spannende Geschichte zu verfassen, ist doch der Hintergedanke von Rollenspiel solch schöne, atmosphärische und manchmal auch skurrile Geschichten gemeinsam zu \"schreiben\". Schließlich übernimmt jeder Spieler ja die Kontrolle über einen Charakter eben dieser Geschichte, die wir dann \"Shard\" nennen. Die größte Freude macht es mir ganz persönlich erzählenswerte Geschichten entstehen zu lassen an deren Entstehung ich und meine Mitspieler beteiligt waren und deren Ideenreichtum und spontane Kreativität das Ergebnis bereichert hat. Auch wenn ich hin und wieder ein sehr gelungenes RP-Post zu lesen bekomme ist meine Freude daran immer mit etwas Wehmut verknüpft, wenn ich mir überlege, dass all die Energie, die zu diesem Post notwendig war, auch IG hätte Entfaltung finden können und vielen Mitspielern ein schönes Erlebnis bescheren hätte können. Dieser letzte Punkt ist kein eigentliches, logisches Argument gegen Foren-RP sondern eher mein persönlicher Geschmack. (eigentlich ist bei Rollenspiel ja Alles Geschmackssache, deswegen erlaube ich mir, das in die Begründungen einzureihen.)


Kurzum, wir werden es so handhaben:
- RP-Forum nur für Nacherzählungen gespielter IG-Geschehnisse
- Story-Board mit IG nicht existenten Charakteren, damit sich kreative Schreiberlinge austoben können oder für innere Monologe oder Handlungen, die niemanden sonst betreffen.
- Was ein Char IG nicht in Erfahrung bringen kann höchstens als Gerücht im Forum auftauchen lassen.



PS: Mein Post ist, im Nachhinein betrachtet weniger strukturiert, als ich es gerne hätte und gleicht mehr einer Aufzählung einzelner Gedanken, die uns, als Team, zu dieser Entscheidung bewogen haben, als auf einander aufbauende Argumente, aber das bitte ich mit einem Blickauf die Uhrzeit und die Länge des Posts zu entschuldigen. Irgendwann muss ich auch aufhören klugzuscheißen und einen Schlußstrich ziehen.
:rotwerd:


PPS: Wenn man argumentiert, dass man IG manche Sachen wegen der Einschränkung der Engine nicht machen kann, die eigentlich machbar wären, dann hapert es, meiner Meinung nach, einfach an der Kommunikation mit der Spielleitung. Die Engine erlaubt es nicht, einen Berg zu erklimmen, um weiter sehen zu können? Nun gut, einmal gepagt und schwuppdiwupp steht man am Gipfel oder liegt wimmernd mit gebrochenem Bein am Boden ;-) Man kann von der Engine her keine Fallgruben ausheben oder einen Unterstand gegen den strömenden Regen bauen? Ein paar Items gesetzt die das gewünschte einigermaßen simulieren, eine Zone, deren Betreten Schaden verursacht oder was auch immer. Kurz gesagt, wenn die Kommunikation mit der Spielleitung stimmt wird es nie an Möglichkeiten fehlen, den Spieler die Handlungsfreiheit zu geben, die sie haben wollen.
Mitglied-191614.03.2006, 22:10 Uhr
Ich habe grundsätzlich nichts gegen Forenrollenspiel; wo es für mich jedoch fragwürdig wird ist, wenn das IG-Geschehen darunter leidet.

Selten etwa war ich so froh über das RP-Forum als zu Zeiten, in denen mein Rechner(wieder mal) den Geist aufgegeben hatte und ich nur anderweitig ins Internet kam. Ein kurzes Gespräch mit einem Gildenkollegen, ein Hintergrund, weshalb der Char im Moment nicht IG ist, obwohl er es sollte(Krankheit, Reise, etc.) waren da etwa Themen.

Auch ansonsten halte ich Postings, die IG-Handlungen des Chars ergänzen(wie fühlt er sich nach der Trennung von der Liebsten/der Verwundung in der Schlacht/etc. wirklich?), oder auch einfach Dinge darstellen, die IG nur schwer realisierbar sind, für stimmungsschaffend und, so halbwegs anständig geschrieben, lesenswert.

Niemand sollte aber solche Posts lesen _müssen_ , und sie sollten auch in keinem Fall wichtiger als das \"wirkliche\" Geschehen sein.
Mitglied-56819.03.2006, 10:18 Uhr
Mitglied-1916 hat geschrieben:
Auch ansonsten halte ich Postings, die IG-Handlungen des Chars ergänzen(wie fühlt er sich nach der Trennung von der Liebsten/der Verwundung in der Schlacht/etc. wirklich?), oder auch einfach Dinge darstellen, die IG nur schwer realisierbar sind, für stimmungsschaffend und, so halbwegs anständig geschrieben, lesenswert.

Sind sie denn wirklich lesenswert oder führen sie nicht oft dazu, daß Wissen über einen Charakter offen wird, daß eigentlich niemand besitzen kann und das dann trotzdem - und wenn es nur unterbewußt ist - IG verwendet wird? Wieviele Spieler kennst du, die wirklich völlig trennen könnten, daß jemand IG im Rollenspiel immer als völlig unbescholtener Bürger erscheint, sich in einigen RP-Posts jedoch als \"mieser\" Nekromant entpuppt? Ich wage zu behaupten, daß die Mehrzahl der Spieler demjenigen im IG-Rollenspiel nicht unbedingt mehr den Rücken zu drehen würden, obwohl sie absolut nichts davon wissen können.

Was ich übrigens wirklich, wirklich nicht lesen mag und wo ich immer sofort auf den Zurückbutton\" im Browser klicke, wenn ich doch durch einen unglücklichen Zufall in einem solchen Thread lande, sind Geschichten, die von irgendwelchen meist überaus schwülstige Liebesbeziehungen handeln. Meist ist jeder Groschenroman beim Zeitschriftenhändler dagegen noch von hohem literarischen Niveau und mit weniger stereotypischen Klischees behaftet. Das ist natürlich meine ganz persönliche Meinung, die niemand teilen muß. Wer sowas gerne schreibt und / oder ließt soll das natürlich tun.
Mitglied-58020.03.2006, 11:43 Uhr
Mitglied-568 hat geschrieben:
Sind sie denn wirklich lesenswert ...

Das liegt, denke ich, im Auge des Betrachters. Wer die IG-Aktivitäten eines solchen Char schon eine Weile verfolgt, wird sich vermutlich dafür interessieren, alle anderen brauchens ja net zu lesen.

Mitglied-568 hat geschrieben:
...oder führen sie nicht oft dazu, daß Wissen über einen Charakter offen wird, daß eigentlich niemand besitzen kann und das dann trotzdem - und wenn es nur unterbewußt ist - IG verwendet wird?

Dieser Punkt ist tatsächlich bedenkenswert und einer der Gründe, weshalb ich in Foren kaum noch etwas über meinen Char verlauten lassen, weil ich da persönlich eher schlechte Erfahrungen gemacht habe. Allerdings sind unter diesem Aspekt betrachtet, ICQ- und IRC-Gespräche mit in dieser Hinsicht kaum weniger bedenklich. Und wo \"outet\" man sich wohl öfter: im Forum oder im ICQ/IRC?

Mitglied-568 hat geschrieben:
Was ich übrigens wirklich, wirklich nicht lesen mag und wo ich immer sofort auf den Zurückbutton\" im Browser klicke, wenn ich doch durch einen unglücklichen Zufall in einem solchen Thread lande, sind Geschichten, die von irgendwelchen meist überaus schwülstige Liebesbeziehungen handeln.

Ist ja zum Glück niemand gezwungen, ALLES zu lesen, was in den Foren steht ;)

PS.: Mein persönliches Highlight, wo es mir geht, wie Azhrarn beim Lesen schwülstiger Liebesgeschichten, sind Char-Geschichten, bei denen der Held zusehen muß, wie seine Eltern beim Überfall auf das Heimatdorf von Banditen/Orks/Licht-Hoschies/Dämonen/Lila Breitmaulfeen (Zutreffendes bitte streichen) zerschnetzelt werden.
Mitglied-56822.03.2006, 06:56 Uhr
Ich gebe dir recht, daß solche Geschichten ebenfalls meist nicht sonderlich kreativ sind, wobei ich doch die eine oder andere Variation dieses Themas gelesen habe, in der es gut aufbereit und mit interessanten Aspekten abgereichert war, was ich bei den von mir erwähnten Geschichtenbeispielen noch nicht wahrnehmen konnte.

Insgesamt sollte man jedoch unterscheiden, daß es sich bei dem \"Orks-ode-was-auch-immer-töten-Eltern\" - Thema meist um Anmeldungsgeschichten handelt, die nunmal auf vielen RP-Freeshards geschrieben werden müssen, um dort überhaupt spielen zu dürften, während die von mir erwähnten Liebesgeschichten doch eigentlich nur zur Selbstdarstellung der Charaktere wenn nicht sogar der Spieler geschrieben werden. Diesen Unterschied sollte man immer im Hinterkopf behalten, wenn man eine persönliche Wertung vornimmt.
Mitglied-58022.03.2006, 13:53 Uhr
Selbst auf Shards ohne Charstory-Pflicht, enthalten ca. 70% aller Charstories diesen bzw. einen sehr ähnlichen \"Plot\":

(Zitat aus einem unbenannten Forum - Rechtschreibung unkorrigiert)
Dunkle Reiter kamen herangeprescht. Auf schwarzen wutentbrannten Rössern, die unter ihren blutigen Hufen alles niedertrampelten, was ihren Herren in den Weg kam. Diese trugen metallene Rüstungen, die alles Licht einzuschließen schienen und durch die Finsternis ersetzten. In einer Hand hielten sie Fackeln, deren Feuer von den Dächern de stroh bedeckten Häuser genährt wurden mussten. In der Anderen hielten sie Schwerter empor, rostig von dem Blut ihrer Opfer. Meilenweit, denn ihr Haus stand abgelegen am Rande des Dorfes, waren die kläglichen Schrei verzweifelter Menschen zu hören, doch wurden sie schnell erstickt.
Mitglied-185022.03.2006, 22:51 Uhr
Oo....Klingt wie ein schlechter- Die-Nazgul-überrennen-ein-Dorf Abklatsch^^
?) Frage mich was des soll...Aber es ist eh bemerkenswert, wie unkreativ die Leute sind. Ich meine nicht jeder ist das Schreibass schlechthin, aber man kann einiges lernen...
Mitglied-186727.03.2006, 07:16 Uhr
Für so unkreativ würde ich die Leute (die meisten zumindest) garnicht halten, nur neigt man schnell dazu, Klischees durchzuackern, wenn man keinerlei Feedback, keinen Ansprechpartner oder sonstigen kreativen Input bekommt. Und den gibt es nunmal hauptsächlich von anderen Mitspielern, also IG. Meiner, sicherlich anzuzweifelnden, Meinung sind solche Ergüsse meistens darauf zurückzuführen, dass man ein Bedürfnis verspürt, kreativ tätig zu werden, aber kein wirkliches Thema und keine Verwurzelung in der Spielwelt hat. Anders gesagt, derartige Geschichten, wie sie MidnightShadow zitiert hat, könnten auf jedem x-beliebigen Shard stattgefunden haben, der Shardhintergrund ist vollends unwichtig. Ob solche bösen Reiter überhaupt existieren, wer sie genau sind oder warum sie das tun findet nicht einmal Erwähnung. (und ob sie derart dumm sind, ihre Schwerter von -Blut- rostig werden zu lassen. Manchmal fasse ich einfach nicht, wie unmotiviert und grenzenlos i-diotisch im Rollenspiel Schurken dargestellt werden) Diese Losgelöstheit vom Shard stört mich mehr, als die mangelnde, literarische Qualität oder das zum Erbrechen wiederholte \"Thema\".

Was in meiner, persönlicher Hitliste ganz weit oben steht (gleich nach Liebesgeschichten unter Groschenromanniveau) sind allerdings Geschichten unvorstellbar grausamer und nihilistischer Attentäter, die in ihrer übermenschlichen Ninja/Matrix-Eleganz sinnfrei Dutzende von Leuten niedermetzeln. Solche Geschichten dienen der reinen Selbstbeweihräucherung und lassen eher auf das mangelnde Ego oder der gefühlten Ohnmacht und Passivität des Autors im realen Leben schließen, als auf die Freude, eine gute Geschichte zum Besten zu geben. Und ich habe generell etwas gegen Leute, die ihre Charaktere als Platzhalter für sich selbst sehen, als als Rolle, über die sie lediglich eine gewisse Kontrolle ausüben. Ohne das weiter ausbreiten zu wollen sei hier nur ihre Unfähigkeit auf erwachsene Art und Weise und mit fairen Mitteln IG Konflikte auszutragen erwähnt.

Ich würde auch von Charstories, die als Bewerbung für einen Account dienen, abraten. (s.o.) Aber das ist wohl ein Thema für sich.

Weiter oben wurde die Problematik angesprochen, dass IG und OOC Wissen nicht durcheinander gebracht werden sollen und dass das wohl öfters über MSN/ICQ als das Forum geschieht. Dem stimme ich zu, möchte aber auch erwähnen, dass bei so etwas eh schon etwas schiefläuft. Spieler, die derartiges exzessiv machen (insbesondere, um sich IG einen Vorteil zu verschaffen) wird man durch die Einschränkung von ForenRP auch nicht bekehren können, da sollte man sich keine Illusionen machen. Aber damit Spieler, die rein aus Interesse mal solche Posts lesen auch nicht dazu verleitet werden und sich IG andauernd zwingen müssen, von einer Sache Nichts zu wissen, ist es ganz hilfreich. (wie ich oben schon ansprach passiert das manchmal auch unbewusst und ohne sinistre Absichten)

Ein letzter Punkt ist noch das Zumüllen von, eigentlich lesenswerten, Foren. Ich habe bei mir selbst bemerkt, dass ich schon so manches, durchaus gute und sinnvolle Post einfach übersehen habe, weil auf dem Board größtenteils eben ForenRP-Müll ist.

Wir halten es für einen guten Kompromiss, derartige Stories in ein eigenes Board zu packen, so, dass sie erstens nicht stören und zweitens Leuten mit Spaß am Geschichtenerzählen immer noch eine Möglichkeit offen steht. Ob wir damit und der Einschränkung, dass keine bespielten Charaktere darin vorkommen dürfen, erfolgreich sein werden und dem ForenRP seinen eigentlichen Sinn (in unseren Augen: Freude am Geschichtenerzählen) bewahren können, kann ich euch erst berichten, wenn unser Shard ein paar Monate online war. (wann das sein wird, dazu kann ich noch nichts sagen. Wir haben es nicht eilig. :) )
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