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Belle Star's Diary, Kapitel 3

Tag 5: Ausbau

Allmählich finde ich mich in Trinsic ganz gut zurecht, wenn auch neuerdings eine rege Bautätigkeit ausgebrochen ist. Fast täglich entstehen vor der Stadt, in Nähe der schützenden Mauern, neue Hütten, Läden und Handwerksbetriebe. Die Architekten zumindest scheinen also ihr Auskommen zu finden. Ich dagegen erziele jetzt, wo es augenscheinlich von Handwerkern aller Coleur wimmelt, nur noch den halben Preis für meine Erzeugnisse. Zugleich muß ich immer tiefer in den Forst, weil alles brauchbare Holz in der Nähe der Stadt schon abgeschlagen ist.

Für alle Fälle habe ich auf solchen Ausflügen meinen Schlafsack dabei, um mir ein sicheres Lager bereiten zu können, wenn die Nacht mich außerhalb der Mauern überrascht. Auch verhalte ich mich leise und vorsichtig, wann immer ich inmitten der Wildnis auf Hütten oder Zelte stoße, von deren Besitzern ich nichts weiß. Nach meinen letzten Erlebnissen im Wald verbrachte ich auch einige Stunden in den Trainingshallen der Brotherhood of Trinsic, um an Strohpuppen meinen Umgang mit dem Schwert zu üben und mir von erfahrenen Kämpfern Rat zu holen. Doch noch fühle ich mich nicht gewappnet, Orcs oder anderen Unholden, wie ich sie schon aus einiger Entfernung gesehen habe, mit der Waffe entgegenzutreten.

 

Tag 6: Fernweh

Immerhin habe ich bei meinen Streifzügen auf der Suche nach Bogenholz einiges von der Umgebung kennengelernt und dabei neben zwielichtigen Gestalten immer wieder hilfsbereite Bürger getroffen. In einem kleinen Tal stieß ich auf einen gezähmten Drachen, der ein Haus bewachte, das offenbar einem dunklen Magier als Domizil diente. Von dem Besitzer war keine Spur, und nachdem ich unweit einer Opferstelle etliche blutige Leichenteile fand, verließ mich auch das Verlangen, ihn kennenzulernen.

In einer nahen Höhle lernte ich dann einige arbeitsame Bergleute und Schmiede kennen, die gemeinsam dem Berg Eisenerz abtrotzten. Als Gegenleistung für etwas Mithilfe bei dieser anstrengenden Arbeit fertigten sie mir zuletzt eine glänzende Kettenrüstung nach Maß an. Die bietet wohl einigen Schutz und läßt mich etwas weniger ängstlich von Baum zu Baum huschen. So wagte ich mich denn auch bis in den Sumpf nördlich von Trinsic, wo Irrlichter -- die Einheimischen nennen sie Wisps -- nachts die Riedbüschel beleuchten. In einem Friedhof nahebei sollen auch Untote und Skelettkrieger umgehen, doch davon habe ich nichts bemerkt. Nur einen Oger-Schamanen traf ich dort eines Nachts bei einem großen Zelt, vor dem ich allerdings (neue Rüstung hin oder her) schleunigst Reißaus nahm.

Meine Ausflüge in die Umgebung ebenso wie die verschlechterte Wirtschaftslage hier in Trinsic haben mich auf den Gedanken gebracht, vielleicht einige Zeit in einem der kleineren Orte mein Glück zu versuchen. Sollte ich zuverlässige Reisegefährten finden, mache ich mich vielleicht bald auf den Weg nach Vesper oder Yew. Immerhin sollen sie dort inzwischen auch eine Bank haben, so daß ich nicht riskiere, mein schwer Erspartes unterwegs an Banditen zu verlieren.

Inhalt

Vorwort
Kapitel 1
Kapitel 2

Kapitel 3

Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25


© 1999 IDG Entertainment Verlag GmbH, Autor: Charles Glimm

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