Belle Star's Diary, Kapitel 2
Tag 3: In Trinsic
Die Nacht im Park von Trinsic war kühl. Doch in meinen neuen Mantel gehüllt, überstand ich sie ohne Schaden -- und vor allem, ohne belästigt zu werden. Die Stadt selbst ist riesig, schon jetzt habe ich mich etliche Male verlaufen, nur beim Versuch, zurück zum Stadttor zu finden. Ich fertige eine Karte an, vielleicht kann ich sie später auch verkaufen.
Ein erster Erfolg! Ich habe einen Händler gefunden, der mir für die gefundene Armbrust, einen selbstgemachten Bogen und meine Pfeile ein hübsches Sümmchen bezahlt hat. Er sagt auch, daß er gern weitere Pfeile von mir kaufen werde. Also will ich zusehen, daß ich mein Handwerkszeug zusammenbekomme. Damit mir nicht wieder alles gestohlen wird, bringe ich einen Großteil meiner Barschaft auf die Bank von Trinsic. Dort bekommt man ohne Gebühr ein Schließfach, in das man auch wertvolle Gegenstände einsperren
kann.
Als nächstes begab ich mich auf die Suche nach einem Werkzeugmacher, ich brauche ja ein Beil, um Holz für mein Bogenmacher-Handwerk zu gewinnen. Als ich bei einem Schneider vorbeikam, konnte ich der Versuchung nicht wiederstehen und erwarb einen Färbebottich und Farben. Nun erstrahlen Kleid und Mantel im feinsten Dunkelblau, unserer Familienfarbe. Direkt vor der Schneiderei tauschte ein freundlicher Zeitgenosse sein Übungsbeil gegen einen meiner Bögen. So kostete mich dieses Werkzeug kein Geld.
Von den gesparten Groschen werde ich mir diese Nacht ein Bett im Traveller's Inn leisten.
Tag 4: Schufterei
O weh! Das Holzfällen ist gar nicht so einfach, wie ich mir das vorgestellt habe. Nicht jeder Baum gibt überhaupt gutes Holz -- und dann spalten meine ungeschickten Schläge meist nur Rinde und etwas Feuerholz ab. Zuletzt hatte ich dann doch genug zusammen, um wieder einige Pfeile herstellen zu können, Lohn eines langen, arbeitsreichen Tages.
Auf dem Rückweg zur Stadt wurde ich Zeuge eines gräßlichen Vorfalls. Bei einer kleinen Hütte auf einer Lichtung beobachtete ich drei finstere Gestalten. Ich hielt mich hinter Bäumen versteckt, da sie mir verdächtig erschienen. Als ein Ritter des Weges kam, zog einer der drei einen Zauberstab aus der Tasche und richtete ihn auf den Neuankömmling. Ein mächtiger weißblauer Blitz schoß heraus und fällte das arme Opfer auf der Stelle. Darauf machten sich alle drei Schufte sofort daran, den Toten auszurauben.
Ich aber machte mich leise aus dem Staub und rannte, sobald ich außer Sichtweite war, als wäre der Teufel hinter mir her, bis ich die Stadttore erreichte.
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Inhalt
Vorwort
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9
Kapitel 10
Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25
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