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Belle Star's Diary, Kapitel 10

Weggefährten

Wenn ich unvermittelt im dunklen Wald meinen Namen rufen höre, trete ich gewöhnlich hinter einen Baum oder verberge mich im Schatten, bis ich die Situation einschätzen kann und weiß, wer der Rufer ist. Doch gerade hatte ich ja, außer dem Adler, dessen Fährte ich folgte, nichts zu verlieren. Und da die Wälder um Yew ohnehin voller Heiler stecken, siegte die Neugier einmal mehr über die Vorsicht: Ich ging recht unbesorgt den drei Fremden entgegen, deren bunte Roben mir aus dem Unterholz entgegenleuchteten.

Der Rufer stellte sich als Lord Sascha Biermanns aus Trinsic vor, und ich erfuhr zu meinem Erstaunen, daß er in der Stadt von mir hatte erzählen hören. Als er mich einlud, mit ihm und seinen Begleitern auf eine große Orkjagd zu gehen, nahm ich mit Freuden an. Schließlich war ich gerade wieder mittellos, und ein paar Orks würden mir Rüstung, Waffen und obendrein noch bare Münzen bescheren. Fürs erste liehen mir jedoch meine neuen Gefährten einige Ausrüstung, und wir machten uns plaudernd und scherzend auf den Weg.

 

Bombige Jagd

Im grünen Tal, in das Lord Sascha uns führte, gab es in der Tat mehr Grünhäute, als ich je zuvor auf einem Flecken gesehen hatte. Wir stürzten uns mit »Hurra« in die Schlacht, und bald verfügte ich wieder über eine eigene Brünne, ein gutes Schwert und einen magischen Schild. Da sich mein Mit-Trinsicer außerdem als besonnener Kämpfer und fairer Jagdpartner erwiesen hatte, war ich gerne bereit, mich mit ihm für den nächsten Tag am selben Ort zu verabreden.

Anderntags traf ich etwas vor der ausgemachten Stunde ein. Da ich mich allein nicht an die meist in Gruppen lauernden Orks wagen wollte, vertrieb ich mir das Warten mit den Holz- und Eisentruhen, die von deren Beutezügen ins Tal gelangt waren. Wirklich fand ich etliches Gold und auch einige Juwelen, und vergnügt machte ich mich daran, eine besonders vielversprechende Kiste aufzubrechen. BUMM! Benommen schüttelte ich meinen dröhnenden Kopf und stellte fest, daß ich wieder einmal die Geisterwelt betreten hatte.

 

Ladylike

Eine vornehm gekleidete Dame, die das mit angesehen hatte, klärte mich auf, daß hinterhältige Fallensteller oft die Truhen mit Bomben verminten. Denn dann könnten sie die Opfer ohne Mühe oder Gefahren fleddern. Sie wies mir auch noch den Weg zum nächsten Heiler und versprach, auf meine paar Habseligkeiten aufzupassen. Was blieb mir übrig, als ihr zu vertrauen? Und wirklich, als ich wiedererweckt zu meinem Leichnam zurückkam, fand ich dort die treue Lady Corinna noch vor, und in ihrer Obhut mein ganzes Vermögen. Ich bedankte mich artig und begann, mich wieder mit Stiefeln, Ringhemd und Waffen zu rüsten.

Inhalt

Vorwort
Kapitel 1
Kapitel 2
Kapitel 3
Kapitel 4
Kapitel 5
Kapitel 6
Kapitel 7
Kapitel 8
Kapitel 9

Kapitel 10

Kapitel 11
Kapitel 12
Kapitel 13
Kapitel 14
Kapitel 15
Kapitel 16
Kapitel 17
Kapitel 18
Kapitel 19
Kapitel 20
Kapitel 21
Kapitel 22
Kapitel 23
Kapitel 24
Kapitel 25


© 1999 IDG Entertainment Verlag GmbH, Autor: Charles Glimm

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